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Sportpalast Weissenstein: VIP-Lounges mit Steuergeldern

Die BZ vom 28. November berichtet:

Ja zu Mehrfachsporthallen Weissenstein

Wenn es nach dem Berner Stadtrat geht, kann die Mehrfachsporthalle Weissenstein auf der Gemeindegrenze Bern-Köniz gebaut werden. Der Rat hat den Kostenanteil der Stadt Bern von 7,5 Millionen Franken mit 52 zu 2 bei 15 Enthaltungen gutgeheissen.


Hier sollen die Sporthallen gebaut werden: an der Ecke Könizstrasse/Hardeggerstrasse in Bern. (Bild: Fotograf/Urs Baumann)
Die Gesamtkosten sind auf 23,6 Millionen Franken veranschlagt. Der Kostenanteil von Bern und Köniz liegt bei 15 Millionen Franken, die von beiden Gemeinden je hälftig getragen werden. Die Betreibergesellschaft ist bereits gegründet. Das benötigte Land gibt die Burgergemeinde der Stadt im Baurecht ab.

Geplant sind zwei übereinander gebaute Dreifachhallen, die rechtwinklig versetzt sind und Platz für 2000 Zuschauer bieten. Das Könizer Parlament wird am 8. Dezember Stellung dazu nehmen. Voraussichtlich am 9. Februar hat dann der Souverän in den beiden Gemeinden das letzte Wort.

Bedarf unbestritten - Kritik an Kosten

Dass der Stadt Bern mindestens fünf Turn- und Sporthallen fehlen, war am Donnerstag im Rat unbestritten. Die Debatte entzündete sich an den Kosten des Projekts auf der Gemeindegrenze von Bern und Köniz. Vor allem die Bürgerlichen bemängelten, die Kosten seien aus dem Ruder gelaufen. Ursprünglich sei von 20 Millionen die Rede gewesen.

Luzius Theiler (GPB) beantragte ohne Erfolg die Rückweisung der Vorlage. Man müsse das Projekt redimensionieren. Es berge zu viele Ungereimtheiten. Namentlich sei der Projektierungskredit am Stadtrat vorbeigeschleust, das ursprüngliche Kostendach um 20 Prozent überschritten worden. Es handle sich um ein unangebrachtes Luxusprojekt, das den Spitzensport subventioniere.

Obwohl sie ähnliche Vorbehalte hatte, wollte die GFL/EVP- Fraktion auf die Vorlage eintreten, weil es sich um ein gemeinsames Projekt mit der Nachbargemeinde Köniz handle.

SVP-Sprecher Ruedi Friedli störte sich am Teiler für die Tribünenkosten. Die Tribünen kämen in erster Linie den Könizer Vereinen zu Gute, namentlich den nationalen Spitzenteams der Unihockeyaner, Floorball Köniz, und der Volleyballer, Zeiler Köniz.

Pascal Rub (FDP) bemängelte, das Projekt erfülle alle Wünsche und werde damit teurer. Damit lebe die Stadt einmal mehr über ihre Verhältnisse. Man sei aber bereit, die bittere Pille zu schlucken.

Olibet: ein Meilenstein

Vorbehaltlos hinter das Projekt stellten sich die SP- und die GB/JA-Fraktion sowie die CVP. Es handle sich um ein Pionierprojekt der Agglomerationspolitik. Und die Kosten seien nachvollziehbar, erklärte Ursula Marti (SP). Von einem Prunk- und Prestigebau könne nicht die Rede sein.

Sportdirektorin Edith Olibet würdigte das Projekt als Meilenstein, sowohl sportlich als auch im Hinblick auf die Gemeinde übergreifende Zusammenarbeit, die sich auch finanziell lohne. Zudem sei die Sporthalle Wankdorf überlastet. Zwei Dreifachhallen seien nicht kostengünstiger zu haben. Wenn man das Projekt zurückweise, sei es definitiv vom Tisch.
(/sda)

PS:
"Vorbehaltlos" war die Unterstützung der SP nicht. Die Architektin Gisela Vollmer unterstützte meine Kritik an der Planung und am Kostenvoranschlag vehement. LT